Das Vorstellungsgespräch

Sie haben es also geschafft und die ersten Hürden gemeistert. In Ihrer Hand halten Sie nun eine Einladung zu einem Vorstellungsgespäch. Vielleicht fragen Sie sich jetzt folgendes:

Was soll ich anziehen?
Wie soll ich mich verhalten?
Soll ich Fragen stellen und wenn ja, welche?
Welche Fragen werden mir wohl gestellt werden?
Wie mache ich den besten Eindruck?
usw. usw..

Bei allen diesen Fragen, sollte man vor allen Dingen eines nicht aus den Augen verlieren: Auch Personen, die mit der Auswahl geeigneter Bewerber betraut sind, sind nur Menschen und sie verlassen sich bei der Beurteilung eines Bewerbers oder einer Bewerberin vor allen Dingen auf alle möglichen und unmöglichen Arten von Signalen und Informationen, die sie erhalten und beobachten. So werden neben den für den späteren Beruf relevanten Informationen natürlich auch das Aussehen, die Körpersprache und die Ausstrahlung des Bewerbers bei der Auswahl geeigneter Kandidaten berücksichtigt.

Die Frage nach der Kleidung läßt sich relativ einfach beantworten. Ihre Kleidung sollte natürlich sauber, der Stellung im Unternehmen entsprechen und nicht zu lässig sein. Verzichten Sie auf zu viel Schmuck und übertrieben aufgetragene Düfte. Dezenter Schmuck und ein Hauch von Parfum sind natürlich erlaubt.

Beherzigen Sie folgenden Ratschlag: Geben Sie sich möglichst natürlich und verstellen Sie sich nicht - dies würde ein erfahrener Personalfachmann ohnehin sofort bemerken. Halten Sie sich auch unbedingt an die allgemein üblichen Höflichkeitsregeln, die für ein erstes (geschäftliches) Gespräch zwischen Menschen nun einmal gelten. Hierbei sollten Sie unter anderem vorrangig auf folgende Einzelheiten achten:

1.) Selbstbewusst an der Türe anklopfen, dabei natürlich nicht an diese hämmern aber auch nicht so leise klopfen, dass es von innen kaum mehr gehört werden kann.

2.) Wenn Sie hierzu aufgefordert werden, betreten Sie den Raum sofort (ansonsten bleiben Sie bitte vor der Türe stehen und klopfen ggf. noch ein zweites Mal an).

3.) Wenn Sie eingetreten sind, stellen Sie sich bitte gleich mit Ihrem vollen Namen vor und nennen den Grund Ihres Besuches (z.B. "Guten Tag, mein Name ist Hans Müller und ich möchte mich gerne bei Ihnen vorstellen" - bitte nicht mit "Müller, guten Tag" oder etwas ähnlichem).

4.) Den Handschlag bitte Ihrem Gegenüber keinesfalls aufdrängen, wenn man Ihnen nicht die Hand entgegenstreckt. Bedenken Sie, dass nicht jeder Mensch gerne die Hand gibt und dies vor allen Dingen nicht bei aufgeregten Bewerbern, deren Hand vielleicht schweißnass oder eiskalt vor Nervosität ist. Streckt Ihnen Ihr Gegenüber jedoch die Hand entgegen, sollten Sie selbstverständlich mit einem kräftigen Händedruck reagieren. Bitte hierbei nicht übertreiben und die Hand gleich zerquetschen, jedoch auch nicht zu lasch und schlapp, denn das wird dann leicht als Willensschwäche und Labilität Ihrer Person ausgelegt!

5.) Nehmen Sie auf jeden Fall erst nach einer ausgesprochenen Aufforderung durch Ihren Gesprächspartner Platz. Sollten mehrere Stühle zur Verfügung stehen und Ihnen kein bestimmter angeboten werden, wählen Sie den aus, der Ihnen den besten Blick in das Gesicht Ihres Gegenübers bietet.

6.) Merken Sie sich bei der Vorstellung unbedingt den Namen Ihres Gesprächspartners und prägen Sie ihn sich ein. Falls Sie den Namen nicht gleich verstanden haben, fragen Sie bitte sofort nach. Im Laufe des nun folgenden Gespräches sollten Sie Ihren Gesprächspartner auf jeden Fall mehrmals mit seinem Namen korrekt ansprechen. Nichts hört der Mensch lieber, als seinen eigenen Namen und Ihr Gegenüber macht da keine Ausnahme.

7.) Wird Ihnen evtl. eine Zigarette angeboten, sollten Sie dies bitte höflich ablehnen. Auch unter Stress nicht von Zigaretten und Nikotin abhängig zu sein, wirkt positiv auf Ihren Gesprächspartner. In keinem Fall sollten Sie direkt von sich aus danach fragen, ob Sie rauchen dürfen oder sich gar sogar ungefragt eine Zigarette anzünden!

8.) Wenn Ihnen ein (alkoholfreies!) Getränk angeboten wird, dürfen und sollten Sie dieses sogar ohne Zögern annehmen.

9.) Achten Sie auf Ihre Sitzhaltung. Diese sollte in jedem Fall entspannt sein – nicht zu steif und auf gar keinen Fall zu lässig. Sitzen Sie ruhig auf der gesamten Sitzfläche – nicht auf der äußersten Kante! Wippen Sie schon gleich gar nicht mit dem Stuhl! Vermeiden sie bitte auch starkes Zurücklehnen und auch das Verschränken Ihrer Arme (dies signalisiert Abwehrhaltung)

10.) Sogenannte Unsicherheitsgesten wirken ebenso sehr ungünstig, wie z.B. unruhiges hin- und herrutschen auf dem Stuhl. Fummeln Sie sich bitte auch nicht mit den Fingern im Gesicht oder den Haaren herum oder kratzen sich am Hinterkopf.

11.) Im Laufe des Vorstellungsgespräches halten Sie viel Blickkontakt mit Ihrem Gegenüber. Häufiges Wegschauen Ihrerseits signalisiert sichtbares Desinteresse bzw. wirkt ausweichend. Den Blick wiederum ständig auf den Boden oder den eigenen Schoß richten wirkt dagegen verschlossen und gehemmt. Verfallen Sie aber bitte nicht in ein aufdringliches Anstarren - dies hat eine ebenso unangenehme Wirkung.

12.) Als Bewerber sollten Sie es niemals versuchen, den Gesprächsablauf stark zu dominieren. Lassen Sie sich dabei ruhig von Ihrem Interviewer führen.

13.) Seien Sie während des gesamten Vorstellungsgespräches sehr aufmerksam und auch freundlich aber nicht übertrieben aufgesetzt freundlich.

14.) Lassen Sie Ihren Gesprächspartner erkennen, dass Sie gut zuhören können und auch genau verstehen, was im Verlaufe des Vorstellungsgespräches gesagt wird bzw. bereits gesagt wurde. Wenn Sie etwas nicht verstanden haben sollten, fragen Sie ruhig höflich nach. Ihr Interviewer sollte zu keinem Zeitpunkt den Eindruck erhalten, dass er/sie an Ihnen vorbeiredet.

15.) Lassen Sie Ihren Gesprächspartner ausreden und sprechen Sie bitte weder zu schnell, noch zu langsam, wenn Sie dann an der Reihe sind. Lassen Sie nach Möglichkeit keine unangenehmen Sprachpausen entstehen. Legen Sie sich unbedingt geeignete Fragen an Ihr Gegenüber bereits vor Beginn des Vorstellungsgespräches zurecht.

16.) Versuchen Sie unbedingt, sachlich zu bleiben und geben Sie sich keinen übertriebenen Gefühlsausbrüchen hin. Kontrollieren Sie dabei Ihre Sprache - vermeiden Sie bitte z.B. Szenesprache, Kraftausdrücke und natürlich auch Fremdwörter, deren genaue Bedeutung Sie überhaupt nicht kennen.


Auf welche Fragen sollten Sie im Verlauf Ihres Vorstellungsgespräches vorbereitet sein?

Die Art und Anzahl der zu erwartenden Fragen, die im Verlaufe eine Vorstellungsgespräches gestellt werden können, richten sich stark nach dem zeitlichen Rahmen, innerhalb dessen das Gespräch stattfindet und kann stark unterschiedlich sein.

Je nach dem Unternehmen und der Position liegt diese Spannweite in etwa zwischen rund 20 bis ca. 90 Minuten. Um im Verlaufe der zur Verfügung stehenden Zeit herauszufinden, wie gut Sie sich für die zu besetzende Stelle eignen, wird Ihnen Ihr Gegenüber über einen Großteil des Vorstellungsgesprächs die verschiedensten Fragen stellen. Ihr Gesprächspartner wird dabei überwiegend die Gesprächsführung übernehmen. Vertrauen Sie sich dieser ruhig an.

1.) Fragen zu Lebenslauf, Schulbildung und Berufspraxis

Hierbei werden Lücken im Lebenslauf ebenso gerne hinterfragt, als auch das Zustandekommen von Noten und Beurteilungen in Zeugnissen, Lieblingsfächer während der Schulzeit (sollten Sie sich um eine Ausbildungsstelle bewerben) und auch die allgemeine Entwicklung der schulischen bzw. betrieblichen Leistungen. Hierbei werden vor allen Dingen die letzten zwei bis drei Jahre herangezogen. Sie werden evtl. auch dazu aufgefordert, mehr über Ihre Hobbys und Freizeitinteressen zu erzählen und ebenso ggr. über Nebenjobs oder Praktika, die Sie eventuell neben der Schule oder der Arbeit gemacht haben.

2.) Fragen zu Ihrem Wissensstand

Der Stand Ihrer Allgemeinbildung oder Ihr Fachwissen zu bestimmten Themenbereichen ist aus Zeugnissen schwer herauszulesen. Daher werden solche Dinge gerne vorab mittels entsprechender Tests oder auch im Rahmen eines Assessment-Centers abgefragt. Jedoch können natürlich auch in einem Vorstellungsgespräch Wissensfragen gestellt werden. Gerade Banken, Sozialversicherungen und auch Behörden checken gerne schon einmal Ihr Interesse an Politik und Wirtschaft. Vor Bewerbungsgesprächen mit solchen oder ähnlichen Unternehmen aber auch dann, wenn Sie sich anderweitig bewerben, sollten Sie unbedingt regelmäßig den politischen und wirtschaftlichen Teil einer (bitte guten) Tageszeitung lesen und ebenso auch täglich Nachrichtensendungen verfolgen, um sich über aktuelle Probleme und Entwicklungen auf diesen Gebieten auf dem laufenden zu halten.

3.) Fragen zu Ihrer Persönlichkeit

Folgende Beispiele, die natürlich nicht vollständig sein können, möchten wir Ihnen hier an die Hand geben:

In welchen Bereichen sehen Sie Ihre besonderen Fähigkeiten?
Welche Aufgaben und Bereiche bereiten Ihnen am ehesten Schwierigkeiten?
Wo genau sehen Sie Ihre Stärken - wo Ihre Ihre Schwächen?
Versuchen Sie bitte einaml, sich möglichst genau selbst zu beschreiben
Wie halten Sie von den Themen Pünktlichkeit / Ehrlichkeit / Fleiß? Geben sie bitte Beispiele!


3.) Fragen zur Auswahl des Unternehmens

Auch hier sind eine Vielzahl von Fragen vorstellbar und die nachfolgend genannten sollen nur als beispielhaft gesehen werden. Als Tipp von uns: Versuchen Sie so viel als irgend möglich bereits im Vorfeld über das Unternehmen in Erfahrung zu bringen, bei dem Sie sich bewerben. Nutzen Sie auch Medien wie das Internet etc. um sich dabei auf den neuesten Stand des Wissens zu bringen.

Welche Vorstellungen haben Sie von Ihrer Tätigkeit / einer Ausbildung in unserem Hause?
Wie haben Sie davon erfahren, dass diese Stelle in unserem Unternehmen zu besetzen ist?
Was schätzen Sie an unserem Unternehmen besonders - was könnten wir Ihrer Meinung nach besser machen?
Versuchen Sie bitte, ein fiktives Unternehmen zu beschreiben, in dem Sie gerne arbeiten würden.
Wo sehen Sie sich in drei Jahren in unserem Unternehmen?
Bei welchen ähnlichen Firmen haben Sie sich noch beworben?
Was wäre Ihre erste Tätigkeit bei uns, wenn Sie den Job bekämen?


 

 

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